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WGs? – Ui, das mit den Kühlschränken

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Meine Erinnerung an WGs ist sehr gut. Ich habe in vielen verschiedenen gewohnt von 2 bis 9 Personen, jedes Jahr in einer anderen Wohnung, in einem anderen Quartier, sogar in anderen Städten. Die WG-Zeit möchte ich nicht missen, es gibt jedoch etwas, da bin ich heute froh, dass ich nicht mehr in einer WG wohne. Und das ist: die Kühlschrankdebatte.

Der Pickfeine

In einigen WGs herrschte ganz klare Rangordnung. Jede und Jeder hatte sein Fach, da war klar, dort kommt nur das hin, was auch mir gehört, ich bin verantwortlich für mein Essen und dass es nicht schlecht wird und wenn mir mal was fehlt, muss ich die anderen fragen, ob ichs ausleihen kann. Oder manchmal hat man dann mal einfach was genommen, sicher genau an dem Abend wurde es auch von seinem Besitzer gebraucht.
Die etwas abgeschwächte, aber nicht minder pingelige Version dieses Fächliwesens ist das Nämelen. Ein fetter, wasserfester Stift hängt am Kühlschrank und jede Person schreib seinen Namen auf jedes Gut, welche ihr gehört. Das eine Problem ist, dass dies bei mir wirklich Zwangsneurosen auslöst und wenn mal was nicht angeschrieben ist, wird’s schlecht und niemand schmeissts weg.

Der Versiffte

Der Kühlschrank, in dem das Chaos herrscht. Alles schmeissen alles irgendwie rein, das neuste zuvorderst, das ältere wird in den Sedimentschichten nach hinten geschoben, versifft dort und stinkt. Niemand räumt auf, niemand fühlt sich verantwortlich, niemand putzt mal den ganzen Kühlschrank gründlich durch, alle essen immer nur das frische in der vordersten Reihe.

Irgendwann muss dann eine WG-Sitzung her und das Thema wird besprochen, dann putzt man gemeinsam den Kühlschrank und nach 2 Monaten sieht alles wieder gleich aus. Wäääh! Und Foodwaste wird am Laufmeter produziert.

Der Familiäre

Der Kühlschrank, welche in meiner WG-Erinnerung am besten und effizientesten funktioniert hat ist der Kühlschrank, in dem allen mithelfen den Grundstock zu erhalten. Milch, Butter, Mayo etc. Wenn was leer ist, wird’s ersetzt oder auf den Einkaufszettel geschrieben. Braucht wirklich jemand für ein schönes Znacht die Zutaten, wird das vermerkt oder gesagt, damit niemand davon nimmt und das Menu platz. Gebutzt wird einmal im Jahr sowieso die ganze Wohnung, also auch der Kühlschrank. Foodwaste wird wenig produziert, da praktisch alles für alle frei nehmbar ist. Schön!

 

In der eine WG hatten wir sogar 2 Kühlschränke und dann mal einen Stormausfall, aber diese Geschichte erspare ich euch, die gehört in eine anderen Kategorie.

Aline Trede ist grüne Nationalrätin aus dem Kanton Bern. Nicht alles an ihr ist aber grün: Sie hat fünf verschiedenfarbige Brillen, keine einzige davon ist grün. Weil sie Politikerin ist, schreibt sie für uns immer über Politik.