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Was dieperspektive mit einer WG gemeinsam hat

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Bei uns zieht einer aus. So geht das im Leben – einer geht, einer kommt und die Erde dreht sich trotzdem weiter. Das Leben in einer WG ist von Kurzlebigkeit geprägt. Kaum mehr als zwei Jahre wohnte ich mit der gleichen Person zusammen. Da habe ich Unterhosen, die länger hielten. Dabei wusste bereits Sherlock Holmes: In einer Wohngemeinschaft lebt es sich am besten. All diese tollen Erinnerungen an am Kinn blutende Mitbewohner, die sich morgens um zwei zu einem ins Bett legen, an besetze Duschen, wenn man sich noch sauber machen sollte vor dem Vorstellungsgespräch, an das frühmorgendliche lärmige Herumgestolpere, wenn man Frühschicht hat, an den allnächtlichen Hustenanfall des Kettenrauchers, der an umfallende Kessel in einem Raum mit guter Resonanz erinnert. Ja, diese Erinnerung machen das WG-Leben aus, diese sind ganz schön lustig, um im geselligen Rahmen zu erzählen. Da lachen die Leute. Sie sind aber nur Nebenschauplätze zu dem essenziellen Inhalt eines wohngemeinschaftlichen Zusammenlebens. Es geht nicht darum, nicht einsam zu sein. Es geht darum, Menschen mit verschiedenen Herkünften und verschiedenen Vorstellungen kennenzulernen. Von anderen zu lernen, inspiriert zu werden; auch eine Messlatte zu haben. Daher führt wohl der ständige Wechsel in Wohngemeinschaften. Jeder findet für sich heraus, was ihm gefällt und was nicht und lernt sich selber durch andere besser kennen.

Auch bei diePerspektive gibt es Veränderung. Einer kommt – einer geht. Mit Dominik Wolfinger haben wir einen kompetenten Nachfolger für den Chefsessel gefunden. Er publiziert seit geraumer Zeit in dieser Zeitschrift und bei «tsüri». Wir wollen es nicht leugnen: Die Zeitschrift stagnierte in letzter Zeit, es fehlte an Motivation. Umso mehr braucht es neue Leute, neue Idee und Visionen. Wir sind überzeugt, dass Dominik die Zeitschrift mit seinen eigenen Ideen und Vorstellung vorantreiben kann.

Ihr fragt, wer geht? Ich. Ciao.