Home Thema Nachhaltigkeit nach-knall: eine perspektive auf nr. 37

nach-knall: eine perspektive auf nr. 37

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liebe feld-, wald- und wiesenfreunde

nachhaltigkeit. behauptet wird jedenfalls, es sei durchaus nachhaltig, wenn zum hunderttausendsten mal dieses thema aufgegriffen wird. aber man geht halt mit der mode (das hat auch der umweltstudi gemerkt). zudem hat dieperspektive aline trede als chef-kolumnistin. sie zeigt sich immerhin glücklich über das thema, weil die umwelt sie eben umtreibt. ansonsten sagt sie nichts. die sci-fi-perspektive entgeht ihr völlig. in hundert jahren leben wir alle in unserem vollautomatischen, abgeschotteten mini-ökosystem. scheiss auf mutter erde!

aber von vorne: die perspektivlosigkeit dieser perspektive verblüfft. ganz grundsätzlich wird einfach seite für seite die moralkeule geschwungen. schon beim editoral beginnts. „du musst dein leben ändern“ – rilke meinte das vor hundert jahren. alles nichts neues. änderung des lebenstils, eine frage der gewohnheit. richtig, sagt der raucher, versucht zum hundersten mal aufzuhören und steckt sich doch wieder eine zigarette an. so leicht ist’s einfach nicht. nachhaltigkeitswochen hin oder her.

die frage ist doch: wie ist unendliches wirtschaftswachstum auf einem kleinen planeten, wie die erde einer ist, möglich? wir sind das schwarze loch des universums und werden nach und nach alle planeten und alles, was es sonst noch so im universum gibt, fressen. logisch. die ressourcen werden uns über jahrmillionen nicht ausgehen. än guete!

völlig zurecht sagen die chinesen da: was umweltschutz. zuerst kommt der wohlstand. uns doch egal, was dabei draufgeht. – dem ist erst mal wenig entgegenzuhalten. zuerst also die soziale frage (ich bin auch für die gesundheit von baumwollbauern!) und die ist schwierig genug. schliesslich hat hierzlande auch kaum eine sau aus umweltschutzgründen für ecopop gesitmmt. trotzdem leuchtet ein silberstreifen am horizont. der pw (symbol des kapitalismus schlechthin) gesteht ein, dass kapitalismuskritik wichtig ist. das ist das einzige wirklich nachhaltige statement dieser ausgabe. schade, dass dies nun das letzte streitgespräch war. auf dieser grundlage hätte nämlich endlich etwas werden können. denn nicht nur die sozis vom schlage eines simon jacoby wollen geld durch zeit ersetzen, sondern auch die kreativen nachhalter in helsinki.

kreativität. fortschritt. bionik. ich haben nichts gegen schwimmhäute einzuwenden, vielleicht auch nur, weil ich heute im hallenbad war. ab ins wasser. in holland war ich zwar noch nie. aber so ein jar jar binks wäre doch ganz in ordnung, womit auch die sci-fi-perspektive (s. 13: was für ein geiler fötus) eingeholt wäre. wir befinden uns auf dem richtigen weg, äh im richtigen fahrwasser… oder schwimmwasser… oder so. (was wäre eigentlich der ökologische fussabdruck eines duracell-hasen? auch vorne zwei kleine und hinten zwei grosse pfoten?)

so far, so good. immerhin schienen die artikel nicht von hasenfüsen geschrieben. aber dann kommt die heulsusenfraktion mit künstlerischen ambitionen doch noch, wie üblich. ist halt unsere welt: assonanz-schnick-schnack. kugelschreiber – ruhemeider. (germanistikstudi?) sci-fi verdammt nochmal SCI-FI! stattdessen lallt einer von irgendeiner lalternativen hippie-kacke-welt. in einer alternativen welt wäre ich glücklich. pech, leben wir nicht in einer alternativen welt. ich  verstehe sehr gut, dass es fast nicht zu verkraften ist, wenn man von seinen besten freunden – migros und coop – belogen wird. schniff. gib doch deine cumulus- und deine supercard ab. zeig’s den schweinen so richtig. ach, stimmt. die hängen ja schon tiefgefroren im regal – bei migros und coop. auch rolandskys these leuchtet kaum ein: nur anarchisten haben guten sex. sex sells auch im kapitalismus (übrigens meint das auch dieperpsketive, zum x-ten mal: sex in jeder ausgabe). schlechter sex, dafür viel? ich weiss es nicht. schwamm drüber. go fuck yourself man with your poetry-love-goldfish-(und was ist der ökologische fussabdruck eines goldfischs?)-i’m-upset-because-of-some-rich-kids-giving-me-the-shit-shit. (auf seite 20 gibt’s übrigens ein gedicht. nett.)

so genug gejammert. die grandiose lösung zu allem: bewusstsein fördern (endlich begreife ich einmal mein tomatenverhalten. danke für das flussdiagramm.). rauchen ist scheisse, voll bewusst. ich rauche trotzdem. also legen wir uns alle auf eine wiese im sommer, rauchen ein wenig von diesem und schlucken ein wenig von jenem, erweitern unser bewusstsein und machen so einen auf pacha mama.

schlaf also gut, laurin. bis im sommer auf der wiese, wenn es die dann noch gibt. ceterum censeo: norbi hochholt, ganz deiner meinung (vgl. nach-knall januar 2015).

 

mit nach-hall-tigen grüssen

der förster

 

p.s. noch mehr sex, so wie nachhaltig, in jedem ausgabe, wegen konsequent und so. ich so, lese: gegenteil von umwelt so, ist in-welt, in in-welt von deine freundin, man, da bin ich oft – eh, alder,  was laberst, du bist in meine freundin? scheiss witz, man. kannste kippen redaktion. echt eh. aber dann so meine freundin. is‘ konkrete kunstfigur, man. dem scheissern tut nur so. dem meint gar nicht ernst. war voll nicht in mir, haste nicht kapiert. ich so, voll man. stimmt, eh, krasse sache. trotzdem scheisswitz.

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