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eine perspektive

 

Liebe Redaktion, liebe Schreibende

Scheitern! – Was für ein Thema. Eine Bemerkung vorab: Muss denn eine Ausgabe, die das Scheitern thematisiert, auch selbst scheitern? Zumindest scheint die Layout-Abteilung das gedacht zu haben, als sie das Cover entwarf. Und dann setzt das Editorial noch einen drauf und findet es toll, sollten die Leserinnen und Leser auch das Editorial für gescheitert erklären. Die Forderung also nach einem Leserbrief. Voilà. Ach, und ja: gescheitert!

Entre parenthèses:  Im Sinne eines realitätsnahen Journalismus wäre ich ab jetzt dafür, nur noch die wirklichkeitsbezogenen Statements des PersonenWagens abzudrucken: „Es gibt Menschen, die zur Eigenverantwortung nicht befähigt wurden und nicht befähigt werden können, und denen müssen wir helfen.“ – Damit wäre dann alles gesagt. (Dafür gäbe es mehr Raum für einen echten (Jung)Unternehmer wie Marcus Kuhn. – Nudge, nudge, wink, wink – know what I mean? – Und ja: Negative Forschungsresultate. Die Antwort folgt wenige Seiten später: Nach dir, werter Fionn, wäre die heutige Wissenschaft vielleicht eine einzige Ansammlung von negativen Resultaten. Grossartig. Ich bin dafür: Statt an den Börsen mehr wilde Spekulation an den Universitäten!)

Aber zurück zum Thema und dieser unseligen Voraussetzung des Scheiterns. Gleich der erste Artikel beginnt mit einem Verweis auf sein mögliches Scheitern. Hurrah! Aber vielleicht ist das auch eine kleine Schweizer Nationalneurose: Stapeln wir doch möglichst tief. – Also auch den Scheiterhaufen nicht zu hoch. Denn bei diesem Text gibt es ausser dem ersten Satz nichts zu verbrennen: Eine Kolumne im besten Sinn. Ich lese sie als zeitgemässen Heiratsantrag, liebste Tamara.

Und dann? – Es stellt eine abgründige Schwierigkeit dar, in einer Kritik einen Text mit Schweigen zu bestrafen. Deshalb flehe ich: Bitte, mein herzallerliebster Dominik (und vielleicht tust du dich bei dieser Gelegenheit mit dem glatzköpfigen Pascal zusammen, damit da auch noch was geht), bemühe dich beim nächsten Mal, „schliesslich ist es nur eine Frage der Übung.“ Vielleicht wird das aber auch nie besser, wenn ich mich an deine anderen Texte erinnere. Aber zugegeben, du hattest es diesmal unmittelbar nach Tamaras Vorgabe auch schwer. Vielleicht tut dir die Redaktion beim nächsten Mal einen Gefallen und achtet besser auf die Zusammenstellung der Texte.

Selina, du hingegen konntest dich auf die Redaktion verlassen. Durch die graphische Anordnung deines Textes kommt die ganze Rührseligkeit wenigstens nicht noch wie ein Gedicht daher, obwohl das zur Unverständlichkeit passen würde: Sind wir jetzt schwach oder sind wir stark? Ich versteh ihn nicht, diesen Quark.

Und euch liebe Maybes, Fabienne-Laura, Sabine und Carl Joseph (was für ein Name, direkt aus der k. u. k. Doppelmonarchie), empfehle ich die Gründung einer Selbsthilfegruppe. Dort könntet ihr euch gegenseitig vom selbstinduzierten und fremdinduzierten, ach so persönlichen Scheitern erzählen. Woran seid ihr denn eigentlich gescheitert? Das Zeug einmal auf den Tisch, statt nur Yolo: Das isch ebä s’Problem, i dem Läbe – drininä…!!! Oder: Das Ausbreiten von Allgemeinplätzen. Vielleicht würde sich dann unsere liebe Aline Trede mit ihrem Gerede vom Mut und ihren Durchhalteparolen freundlicherweise bereit erklären, die Leitung zu übernehmen.

Prosit Neujahr! Euer geneigter Leser

Franz Joseph

P.S. Ich schlage einen anderen Liedhinweis vor: „Love really bores me.“ (White Stripes) Dieses Liebesgesülze macht mich krank. Dreimal dieselbe Leier. Julia und Katharina, dann macht’s wenigstens wie Laurin, zuckt mit den Schultern und baut noch einen Joint, wenn’s sein muss. – Aber: Endlich einmal Liebe statt Sex.

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