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Magazine im Eigenverlag – Die spannendsten Print-Projekte der Schweiz

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Wir befinden uns in einer misslichen Lage. Plötzlich ist das Konto leer. Bis zum letzten Augenblick dachten wir, dass schaffen wir schon aus eigener Kraft. Nun sind wir auf Unterstützung angewiesen und hoffen, in unserer Rettungswoche genügend finanzielle Mittel aufzutreiben, um unsere leidenschaftliche Arbeit für dieperspektive fortsetzen zu können.

Es ist schon länger kein Geheimnis mehr. Printprodukte haben es schwierig. Gerade unabhängige, nicht komerzielle Verlage und Zeitschriften mit kleiner Auflage bewegen sich oft auf dünnem Eis. Dabei herscht genau bei den kleinen Printprodukten eine enorme Vielfalt. Wir stellen einige der spannensten Magazin-Projekte vor:

 

Dislike Magazin

dislike

Was schon viele auf Facebook gefordert haben, gibt es nun als Magazin: Dislike. Es ist nunmal nicht alles easy, fresh und chillig. Das dazugehörige Magazin sammelt Unmut und druckt diesen auf Papier. Es behandelt Trends und Tendenzen mit kritischem und künstlerischem Blickwinkel. Dislike ist ein Plädoyer für offline statt online und für durchdacht statt oberflächlich. 550 Exemplare wurden von der ersten und bisher einzigen Ausgabe dieses Magazins gedruckt. Selbstverständlich ist Dislike nicht auf Facebook zu finden, aber ohne Webseite kommt auch dieses Prinmagazin nicht aus:

dislikemagazin.ch

 

delirium

delirium

Das Delirium gehört zu den Frischlingen in der schweizer Heftli-Landschaft. Vor wenigen Tagen ist die dritte Ausgabe erschienen. Die Publikation für Literatur und Literaturkritik hat sich ein spannendes Konzept ausgedacht: Jeder Text muss auf einen Beitrag aus einer früheren Version Bezug nehmen. So soll eine Auseinandersetzung über mehrere Ausgaben mit einem Thema ermöglicht werden. Das delirium erscheint halbjährlich mit 500 gedruckten Exemplaren.

delirium-magazin.ch

 

Quottom

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Heft ist für das Quottom fast untertrieben. Mit fast einem Kilogramm und 120 Seiten ist das Magazin eine Wucht. Mit starkem Fokus auf Design und hohe Druckqualität kommt das noch junge Magazin sehr professionell daher. Die Inhalte kommen von Designstudenten und Mittzwanzigern die gerne schreiben. Als spezielle Idee nähert sich die Redaktion zwei Leitthemen von je einer Heftseite her. In der Mitte werden die beiden Themen in einem Leitartikel verbunden. So geschehen in der aktuellen, Ausgabe Nr. 4 mit Heimat und Wahnsinn. Das Magazin mit einer Auflage von 4000 Expmplaren ist neben vielen Designshops auch in Kiosk Verkaufsstellen erhältlich.

quottom.ch

 

FIN Magazin

fin

Das Cover der zweitern FIN Ausgabe ist im Siebdruckverfahren produziert. Die Seiten vom FIN Magazin liegen wuderbar in der Hand. Ein Magazin aus Bern, dass sich mit allen druckbaren Disziplinen befasst. Starke Fotografien und interessante Gedichte finden sich im FIN Magazin. Mit bisher zwei Ausgaben gehört das FIN zu den Kücken in der Magazinlandschaft.

f-i-n.ch

 

Tink.ch

tink

Wie der Name bereits vermuten lässt, Tink.ch ist in erster Linie eine Online-Platform. Junge und angehende Journalisten sammeln bei Tink.ch Erfahrungen und bekommen dafür detaillierte Rückmeldungen zu ihren Beiträgen. Tink.ch bringt seit 2010 auch ein Printmagazin heraus. Viermal pro Jahr mit einer Auflage von 1000 Exemplaren erscheint das Magazin. Die Ausgaben erscheinen zu je einem Schwerpunktthema. Einzigartig ist Tink.ch durch ihren jugendlichen Blickwinkel und mit der Abdeckung einer enormen journalistischen Vielfalt bis in die Romandie und das Tessin.

tink.ch

 

Bierglaslyri

bierglaslyrik

 

Bierglaslyrik gehört zu den ganz Kleinen. Mit einer offenen Redaktion und einem «weltbewegenden» Thema ist das Berner Magazin unserer Publikation ähnlich. Bierglaslyrik wird kostenlos zum Download angeboten und zählt mit einer gedruckten Auflage von 150 Exemplaren nur ganz knapp zu den Printprodukten. Illustrationen und Texte kommen in schlichtem Layout und schwarz weiss daher. Klassische Werbung findet man im Beizenheftli nicht. Dafür gibt es gesponserte «Bierhumpen» im Heft. Eine kreative Alternative zu klassischen Werbeformen.

bierglaslyrik.ch

 

Saiten

saiten

Das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten tanzt hier ein wenig aus der Reihe. Mit bereits 238 Ausgaben kann das Magazin auf eine vergleichsweise lange Geschichte zurückschauen. Die feste Redaktion bekommt einen Kollektivlohn. Saiten ist zwar kein ehrenamtliches Projekt, aber das Saiten arbeitet nicht gewinnorientiert. In diese Auswahl haben wir das Saiten nicht nur wegen der hochstehenden journalistischen Leistung genommen. Auch dieses Magazin ist von finanziellen Schwierigkeiten nicht gefeilt. Bis Ende 2014 benötigt das Saiten 1000 neue Mitglieder. Die Auflage vom Saiten beträgt 5600 Exemplare.

saiten.ch

 

Konverter

konvert

Ist das noch eine Publikation? Ein paar Jungs schreiben Texte und drucken diese in einer Garage aus. Zwei, drei Heftklammern und fertig ist das Heft von Konverter.  Versteht sich fast von selbst, dass das Heft in losen Zeitabständen erscheint und keine fixe Auflage hat. Der Webauftritt vom Konverter erinnert stark an einen Web 1.0 Blog. Das ganze hat so ziemlich viel Charme und kommt geheimnisvoll daher. Wo man das Heft findet? Keine Ahnung. Wir haben es einmal in die Redaktion geliefert bekommen. Von einem Konverter persönlich.

konverter.wordpress.com

Lasso

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Die Basler Zeitschrift Lasso beschäftigt sich mit Kunst und Literatur. Ähnlich wie bei uns steht das Mitwirken allen Personen offen. Die Redaktion veröffentlicht das Thema und Beiträge können eingesendet werden.  Anders als bei uns müssen die Beiträge beim Lasso Magazin mit dem Thema zu tun haben. Vom Lasso Magazin gibt es bis dato sechs Ausgaben.

lassomagazin.ch

 

zweikommasieben

zweikommasieben

Ein Heft ürber die Gegenwart und die Luzerner Klub Kultur. Mit einer Auflage vom 1000 Exemplaren ist das zweikommasieben in verschiedenen Shops erhältlich. Auffällig ist die Nähe zur englischen Sprache, so ist die aktuelle Nr. 9 zweisprachig erschienen.

zweikommasieben.ch

 

KOLT

kolt

Das Kulturmagazin von Olten wirkt schön schlicht gestaltet. Mit grosszügig gelayouteten Reportagen kommt das KOLT daher. Die Auflage beträgt 1500 Exemplare. Mit bereits 56 Ausgaben gehört das KOLT in dieser Liste schon zu den alten Hasen. Uns ist die viele Werbung im Magazin ins Auge gestochen. Gut für die Verleger, weniger ansprechend für die Leser.

kolt.ch

 

Coucou

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Im Coucou liest man alles über die Kultur und das Stadtleben in Winterthur. Die Macher verstehen das Heft als Brücke zwischen Hoch-, Populär- und Alternativkultur. Das Magazin erscheint zehn mal pro Jahr und hat eine Auflage von 1500 Exemplaren.

coucoumagazin.ch

 

Zalle

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Zalle ist ein Berner Magazin, welches sich Subjektivität auf die Flagge schreibt. Mit einer Mischung aus Literatur und Hintergrundtexten kommt das Magazin zeitlos daher. Zalle verfolgt eine relativ strikte offline Strategie. Das Heft erscheint jedes Quartal mit 700 Druckexemplaren.

zalle.ch

 

 

Zu uns: dieperspektive

 

Wie auch alle der vorgestellten Print-Magazine erscheint dieperspektive von einem unabhängigen Verlag. Wir sind sieben Personen, die unentgeldliche mit viel Herzblut einen bis mehrere Tage die Woche an dieperspektive arbeiten. Vom Layout über den Verkauf der Werbefläche, wir machen alles selber. Auch das Verteilen der Zeitung wird neben dem Postversand von uns mit Velo und ÖV bewerkstelligt. Neben den Inserateinnahmen und Abonnementsbeiträgen bezahlen wir den Druck von dieperspektive mit Unterstützung von Stiftungen. Um dieperspektive weiter am Leben zu erhalten, benötigen wir 7000 Franken um unser Loch in der Kasse zu Stopfen.

Vielen Dank für deine Mithilfe.

 

Kennst du weitere spannende Print-Magazine aus der Schweiz?  Wir freuen uns über alle Hinweise und vervolständigen die Liste mit deinem Input. Einfach unten einen Kommentar hinterlassen.

(aktualisiert am: 08.10: Neu mit dem zweikommasieben Magazin. Danke Nik Panique/ 09.10: Zusätzlich mit dem KOLT Magazin/13.10 Auch das Coucou Magazin und Zalle gehören definitiv auf diese Liste)

 

Habe Publizistik studiert und interessiere mich für die verschiedene journalistische Formen. Bei dieperspektive bin ich als Redaktor tätig und kümmere mich um die Verlagsarbeit. Im Zeitalter der Überinformation überlege ich mir bei jedem Satz zweimal, ob er sich zu sagen lohnt.
  • Dennis Bühler

    Ein schöner Überblick, danke. Für mich gehört noch das jedes Quartal erscheinende Berner Magazin „Zalle“ dazu (www.zalle.ch).

    • Conradin Zellweger

      Danke Dennis. Wir nehmen das Zalle gleich mit auf die Liste.