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Ein Platz für Gorillas

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Ich fordere, dass niemand eine Wohnung hat. Alle sind eine Wohnungsguerilla und ziehen herum. Das heisst, die Privatheit ist eigentlich aufgehoben. Es klingelt an der Türe. Jemand sucht ein Bett für die Nacht. Bei Dir zu Hause hat es zwar keinen Platz mehr, in der Stube wohnen schon drei Hunde, aber wir stellen uns vor, wohnen wäre ein Menschenrecht und wir wären so zivilisiert, dass man jederzeit wo klingeln kann und gratis ein paar Wochen oder Monate bleiben kann. Manche bleiben Jahre, wenn es ihnen gefällt. Oft kaufen sie nicht einmal Abfallsäcke. Sie lassen die Wäsche hängen. Jemand bezahlt die Miete. Das Goldfischglas ist voller Algen. So wohnen wir in einer besseren Welt.

Ich finde, es gibt noch viel zu wenig Menschen in den Städten. Es müssten noch viel mehr sein. Dann könnte man mehr Menschen anschauen in den Strassen. Sie würden alle verschieden ausschauen. Es gäbe keine Schlangen mehr bei Wohnungsbesichtigungen, weil man einfach wo klingeln könnte. Auch alte Menschen, um die 80 Jahre alt, würden leben wie Dinosaurier. Die Alten würden sich dem Lebensrhythmus der Nachtfalter anpassen und bis in alle Nacht wachbleiben, weil es Licht hat im Wohnzimmer. Wer früher schlafen will, würde auf die Toilette gehen. Es gibt immer Lösungen. Jetzt verstehe ich auch, wer die Kreativität erfunden hat. Auch die Medizin. Alles ist nötig, weil es uns vorwärts bringt. Wenn man es zu Ende denkt, dann ist das Reservoir an Menschen unerschöpflich. Der Mensch findet zu jedem Problem die Lösung. Solange es Läden gibt, kann man einfach die Milch von den Kühen holen. Die Technologie und das Wissen haben uns so weit gebracht.

Es gibt drei Strategien – ich will die mit Euch diskutieren

(1) Ich kann mich reduzieren und ein Liliputleben leben. Wenn es alle machen, was würde passieren? (2) Ich kann sagen, jetzt ist gut, wir bleiben Algen. Dann kommen alle und sagen, das sei nicht möglich. Nein, es bringt nichts darüber nachzudenken. (3) So finden wir keine Lösung. Schon der Wachstumsökonom Thomas Robert Malthus sagte das Bevölkerungswachstum falsch voraus. Trotzdem glauben viele, dass das Wachstum bis etwa 10 Millionen Menschen pro Wohnung weitergeht. Und der Mensch ist ein Tier!

Wir müssen uns bewusst sein, dass es erst seit kurzem Tiere gibt auf der Erde! Wir können es gar nicht beeinflussen. Ich weiss, dass Du es gerne beeinflussen würdest. Mach bei unserem Wettbewerb mit. Wenn Du unsere Ideen gut findest, kannst Du Dich bewerben. Bitte schicke zuerst ein Foto oder ein Selfie.

Wir müssen das in den Griff bekommen. Alles andere ist Chaos. Es ist eine Frage der Macht. Gerade für Chaoten in der Zivilisation ist das Wohnen der Knackpunkt.

Ohne Wohnen keine Revolution!

Mit bürgerlichem Name Roland Wagner, ist unser neuer Kolumnist. Nach dem Lesen seiner Kolumnen geht es den meisten so: verwirrt, betroffen, aha-so-ist-das, was soll das? Recht hat er...