Home Editorial Welches ist die nervigste Abkürzung von ganz Zürich?

Welches ist die nervigste Abkürzung von ganz Zürich?

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Wer die letzten 2 Jahre in Zürich gewohnt hat, dem wird der folgende Vorschlag sicherlich einleuchten: Ü30.

Das Unglück hat im Januar 2011 seinen Lauf genommen. Der deutsche Partyveranstalter Burgenparty veranstaltet im Volkshaus die erste Ü30. Als Marketingstrategie hat sich Burgenparty dem Wildplakatieren verschrieben.  

Bis hierhin gut und recht. Auch wenn die Stadt Zürich im 2002 Massnahmen wegen ansteigender Wildplakatierung getroffen hat, war die bisherige Wildplakatszene kaum auffällig. Mit Ü30 sollte sich dies schlagartig ändern. Sozusagen über Nacht wurde jede Hausecke mit Ü30 Plakaten beklebt und bekleistert. Es gab Plakate an Wänden, da wusste man vorher nicht einmal, dass da eine Wand ist. Wie das normalerweise läuft, waren die Plakate nach wenigen Tagen von verärgerten Haus- und Ladenbesitzer heruntergerissen worden. Burgenparty liess jedoch nicht locker und klebte in einer unglaublichen Kadenz weiter. Es ist jedoch nicht nur die unglaubliche Quantität, auch optisch bieten diese Plakate viel. Grelle Neonfarben mit dem immer gleichbleibenden Ü30 und einem Datum, welches den Zürchern eingeimpft werden soll.

Wenn man in Erfahrung bringen will, wer hinter dieser Ü30 Party steckt, wird man nur sehr schwer fündig. Die Webseite des Partyanbieters leitet einem auf eine nicht funktionierende Webseite weiter. Sackgasse. Die Tickets zur Ü30 können über eine hotmail.com-Adresse bestellt werden. Auf Antworten auf diverse Fragen wartet man darauf jedoch vergeblich. Es scheint fast so, als fürchten sich die Veranstalter vor dem Gesetz. Dies tun sie auch zu Recht. Auf Anfrage bei der Stadtpolizei Zürich lässt man verlauten: „Ü30 Plakate bzw. Veranstalter werden gleich behandelt wie alle anderen Veranstalter. Personen, welche die Polizei in flagranti beim Wildplakatieren antrifft, werden rigoros zur Anzeige gebracht.“ Es seien sogar Detektive eingesetzt, um die stark plakatierten Orte in Zürich zu beobachten. Der Party Veranstalter Burgenparty war für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen.

Wildplakate sind toll, wenn sie einem Kleintheater ein paar Besucher verschaffen, oder ein Künstler für seine kleine Ausstellung wirbt. Aber die ganze Stadt über eineinhalb Jahre mit Neonplakaten einzudecken, das geht sogar mir zu weit. Ü30, du nervst! Und was macht die Stadt dagegen? Detektive auf die Plakate ansetzen, ganz so als wüsste man nicht, wer für die Plakate verantwortlich ist.

Welche Gedanken anderen Leuten zu LOL.LSD.PS.FYI. in den Kopf geraten, findest du in der Ausgabe Heraus.

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei Mara Bieler und Daniela Bär. Sie haben in den letzten siebzehn resp. dreizehn Ausgaben dafür gesorgt, dass die Texte frei von Rechtschreibfehlern sind. Herzlichen Dank.

Neu im Team begrüssen wir Noemi Heule und Cornelia Reinhard.

PS: Die längste Abkürzung gemäss Guinnessbuch der Rekorde ist NIIOMTPLABOPARMBETZHELBETRABSBOMONIM ONKONOTDTEKHSTROMONT. Was das heisst, weiss ich nicht, denn nach ca. zehn Buchstaben dachte ich mir WTF.

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